Soziale Einbindung

Warum ist soziale Einbindung
gesund?

Soziale Einbindung bedeutet: regelmäßig Kontakt zu anderen Menschen haben, zu einer Gruppe gehören, am sozialen Leben teilhaben. Sie ist wie Essen und Trinken ein menschliches Grundbedürfnis und trägt zur Lebensqualität bei. Lebenssinn und Lebenswille werden positiv beeinflusst. Außerdem fördert soziale Einbindung die Gesundheit und kann dabei helfen, Krankheiten besser zu bewältigen.

Nutzen von sozialer Einbindung für Pflegebedürftige

Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit ist das Risiko für Vereinsamung hoch. Immer mehr ältere Menschen leben allein, häufig auch weit weg von der Familie. Zudem erschweren fehlende Transport-Möglichkeiten oder mangelnde Informationen über passende Freizeit-Angebote die soziale Einbindung.

Durch die Teilhabe am sozialen Leben werden geistige und körperliche Fähigkeiten erhalten und gefördert. Aus einer wissenschaftlichen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 geht außerdem hervor, dass sich Pflegebedürftige in der Regel durch gesellschaftliche Teilhabe wohler fühlen und weniger depressive Verstimmung aufzeigen.

Wie Sie die soziale Einbindung von Pflegebedürftigen unterstützen können, erfahren Sie bei den Tipps gegen soziale Isolation.

Nutzen von sozialer Einbindung für pflegende Angehörige

Die Pflege eines Angehörigen nimmt oft viel Zeit und Kraft in Anspruch. Dadurch geraten eigene Interessen schnell in den Hintergrund. Zudem können Sorgen oder finanzielle Belastungen dazu führen, sich zurückzuziehen.

Beziehungen und Kommunikation mit anderen Menschen tragen zur Lebensqualität und Gesundheit bei. Dazu gehört es, trotz der Pflegeaufgabe auch weiterhin eigenen Interessen nachzugehen oder regelmäßig Freunde zu treffen. Auch der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen kann hilfreich sein. Pflegende Angehörige können Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen, um wenigstens zeitweise Pflegeaufgaben abzugeben. Aus der daraus gewonnenen Zeit und Entlastung können Auszeiten geschaffen werden, um am sozialen Leben teilzunehmen.

Wo es Unterstützung bei der Pflege gibt, erfahren Sie bei den Tipps zur Entlastung für Pflegende.

QUELLEN
Hawkley, L. C. & Cacioppo, J. T. (2007). Aging and loneliness: Downhill quickly? Current Directions in Psychological Science, 16, 187-191, doi:10.1111/j.1467-8721.2007.00501. 5
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Joop, D. S., Boerner, K., Rott, C., & Kruse, A. (o. J.). Versorgung und Pflege hochaltriger Menschen: Hinweise aus der Heidelberger Hundertjährigen-Studie. Heidelberg: Universität Heidelberg.
Petrich, D. (2011). Einsamkeit im Alter. Notwendigkeit und (ungenutzte) Möglichkeiten Sozialer Arbeit mit allein lebenden alten Menschen in unserer Gesellschaft. Jenaer Schriften zur Sozialwissenschaft, 6. Jena: Fachbereich Sozialwesen Fachhochschule Jena.
Richter, S., Glöckner, J. M., & Blättner, B. (2017). Psychosoziale Interventionen in der stationären Pflege. Systematische Übersicht des Effekts universeller und selektiver Prävention auf die psychische Gesundheit. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie. doi 10.1007/s00391-017-1231-5

AKTUALISIERT
am 1. März 2019

AUTORINNEN
N. Kossatz, D. Sulmann, D. Väthjunker