Hautschutz

Warum ist Hautschutz wichtig?

Die Haut ist unser größtes Organ und hat lebenswichtige Aufgaben. Sie schützt uns zum Beispiel vor schädlichen äußeren Einflüssen. Hautprobleme können diese Schutzfunktion beinträchtigen und weitere Gesundheitsprobleme wie Infektionen begünstigen.

Daher sollte die Haut möglichst gut geschützt und gepflegt werden. Das gilt für pflegebedürftige Menschen genauso wie für Pflegende.

Hautschutz

Warum ist Hautschutz wichtig?

Unsere Haut hat eine Vielzahl von Aufgaben: Sie schützt uns nach außen zum Beispiel vor Kälte, Hitze, Austrocknung oder Krankheitserregern. Sie dämpft, wenn wir uns stoßen, und regelt über die Durchblutung und Schwitzen die Körpertemperatur. Und sie kann Wasser und Fett speichern. Auch Hormone werden in der Haut produziert. Darüber hinaus lässt uns die Haut zum Beispiel Wärme, Jucken, Schmerzen oder Berührungen empfinden.

Die Haut erneuert sich ständig und kann sich auch bei kleinen Verletzungen wie Kratzern, Abschürfungen und Schnitten in der Regel selbst regenerieren.

Um alle diese Aufgaben erfüllen zu können, braucht die Haut Schutz und Pflege.

Wie bleibt die Haut gesund?

Damit die Haut bis ins hohe Alter gesund bleibt und gepflegt aussieht, ist eine gesunde Lebensweise wichtig. Das bedeutet: ausgewogen essen, ausreichend trinken, möglichst viel bewegen, regelmäßig schlafen, nicht rauchen und wenig Alkohol trinken.

Außerdem braucht die Haut Schutz vor äußeren Einflüssen, zum Beispiel vor Kälte, Hitze oder UV-Strahlung. Auch der Kontakt mit Wasser und Reinigungsprodukten sollte so kurz wie möglich sein. Milde, hautschonende Produkte helfen dabei, die Haut zu pflegen und Irritationen und Allergien zu vermeiden.

Hautprobleme

Warum ist das Risiko für Hautprobleme im Alter erhöht?

Die Haut verändert sich mit dem Alter. Mit der Zeit wird sie dünner und weniger elastisch. Das macht sie anfällig für Infektionen und Verletzungen. Und sie heilt langsamer. Wenn Wasser, Schweiß oder Ausscheidungen zu lange auf der Haut bleiben, kann sie wund werden oder sich entzünden. Daneben können Kratzen, Schrubben, Bürsten oder sogar unvorsichtiges Abtrocknen mit rauen Handtüchern die Haut im Alter schädigen.

Hautprobleme können bei pflegebedürftigen Menschen auch durch mangelnde Hygiene oder Hautpflege entstehen. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass sie die Körperpflege vergessen oder nicht mehr beweglich genug sind, alle Stellen zu erreichen. Dann ist es wichtig, dabei richtig zu unterstützen.

Erkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen, die vermehrt im höheren Lebensalter auftreten, erhöhen das Risiko für Hautprobleme. Ernährungs- oder Bewegungsmangel können diese ebenfalls begünstigen. Dann steigt zum Beispiel das Risiko für ein Druckgeschwür.

Die Haut braucht im Alter und bei Pflegebedürftigkeit daher gezielten Schutz und passende Pflege. Darüber hinaus ist bei manchen Erkrankungen eine spezielle Hautpflege nötig, zum Beispiel bei Diabetes mellitus. Maßnahmen, die Haut pflegebedürftiger Menschen zu schützen und zu pflegen finden Sie in unseren Tipps gegen Hautprobleme.

Welche Hautprobleme treten im Alter auf?

Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit sind Hautprobleme verbreitet. In einer Studie wurde bei fast allen Bewohnerinnen und Bewohnern einer Pflegeeinrichtung in Deutschland mindestens eine Hautveränderung festgestellt.

Zu den häufigen Hautproblemen im Alter gehören zum Beispiel:

  • Trockene Haut: Milde Formen erkannt man an weißlich glänzenden Schuppen. Zudem wirkt die Haut matt. Sehr trockene Haut ist rau und rissig. Sie juckt oft sehr stark und kann sogar bluten und entzündet sein. Kratzen kann die Haut weiter schädigen und Infektionen begünstigen.
  • Dünne, verletzliche Haut: Ist die Haut sehr dünn und empfindlich, wird das auch als Pergamenthaut bezeichnet. Dann kommt es leicht zu Hauteinrissen oder anderen Verletzungen, etwa beim Pflasterwechsel oder beim leichten Anstoßen an Möbelkanten. Betroffen sind insbesondere die Außenseiten der Arme und die Handrücken. Meist sieht die Haut dann auch etwas dunkler aus.
  • Entzündete Haut bei Inkontinenz: Bleiben Urin und Stuhl bei Blasen- oder Darmschwäche (Inkontinenz) zu lange auf der Haut, kann sie wund werden. Das begünstigt Infektionen.
  • Intertrigo: In Hautfalten kann sich Feuchtigkeit und Wärme stauen. Wunde, entzündete Stellen können die Folge sein. Dies wird auch als Intertrigo bezeichnet. Gefährdet ist zum Beispiel die Haut unter den Achseln und Brüsten, in der Leiste, am Bauch oder zwischen den Zehen.
  • Druckgeschwür: Durch anhaltenden Druck auf die Haut und das Gewebe kann ein Druckgeschwür (Dekubitus) entstehen. Das geschieht zum Beispiel durch langes Liegen oder Sitzen auf der gleichen Stelle. Die Haut an den Fersen sowie über den Sitz- und Kreuzbeinen ist am häufigsten betroffen. Aus zunächst oberflächlichen Rötungen können tiefe Wunden werden.

Die regelmäßige Kontrolle der Haut auf Veränderungen und Anzeichen für Erkrankungen ist wichtig, um Probleme und Krankheiten frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

Welche Hautprobleme können bei Pflegenden entstehen?

Pflegende haben ein erhöhtes Risiko für Hautprobleme. Ihre Hände sind häufig in Kontakt mit Wasser, Reinigungsprodukten, Desinfektionsmitteln oder Latex-Handschuhen. Dadurch kann es leicht zu trockener Haut kommen. Außerdem wird die Haut anfälliger für Reizungen, Entzündungen, Krankheitserreger und Allergien. So berichtete Fachpersonal aus der Alten- und Krankenpflege deutlich häufiger von Hautreizungen und Juckreiz während und mittelbar nach der Arbeit als Beschäftigte aus anderen Berufsgruppen (18 bzw. 22 Prozent gegenüber 8 Prozent). Begünstigt werden solche Hautprobleme durch mangelnden Schutz und Pflege der Haut sowie durch falsche Händehygiene. Deshalb ist wichtig, die Hände zu pflegen.

QUELLEN
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AKTUALISIERT
am 29. Juni 2021

AUTORINNEN
S. Garay, N. Kossatz,
D. Sulmann, D. Väthjunker