Ernährung

Welchen Einfluss hat Ernährung?

Die Ernährung ist für Körper, Geist und Wohlgefühl ein Leben lang bedeutsam. Durch Essen und Trinken werden nicht nur Hunger und Durst gestillt. Der Körper erhält Nährstoffe und Energie, um kräftig und gesund zu bleiben. Und nicht zuletzt: Gutes Essen bringt Freude – vor allem in angenehmer Gesellschaft.

Regeln für eine gesunde Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Daher ist es wichtig, auf eine möglichst vollwertige, gesunde Kost zu achten.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) aufgestellten Regeln geben Orientierung. Demnach gehören zu einer gesunden Ernährung zum Beispiel:

  • abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Lebensmittel
  • fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag
  • wenig Salz und Zucker
  • wenn Fett, eher pflanzliche Öle und Streichfette
  • Vollkornprodukte jeden Tag
  • Milchprodukte jeden Tag
  • nicht mehr als 600 Gramm Fleisch in der Woche
  • Fisch ein- bis zweimal in der Woche
  • etwa 1,5 Liter Wasser jeden Tag
  • schonende Zubereitung, Zeit und Genuss beim Essen und Trinken

Ernährung im Alter und bei Pflegebedürftigkeit

Insgesamt braucht der Körper im Alter und bei Pflegebedürftigkeit weniger Energie. Aber: Nährstoffe wie Vitamine sind weiterhin wichtig für die Gesundheit. Wie viele genau, hängt unter anderem von der körperlichen Aktivität und einer möglichen Erkrankung ab.

Falsche Ernährung kann der Gesundheit schaden. Durch zu viele Fette und Kohlenhydrate kann es zu Übergewicht kommen. Gesundheitliche Probleme sind häufig die Folge.

Anderseits können Probleme bei der Nahrungsaufnahme zu Mangelernährung (Malnutrition) führen. Das bedeutet, dass der Körper zu wenig Kohlenhydrate, Eiweiß, Fette, Vitamine oder Mineralien aufnimmt. Durch Mangelernährung können gesundheitliche Probleme entstehen: Kraftlosigkeit, Benommenheit, Stürze, schlechte Wundheilung, Infekte. Insgesamt haben alte Menschen ein erhöhtes Risiko, an den Folgen von Mangelernährung zu sterben.

Im Alter und bei Pflegebedürftigkeit kann sich das Ess- und Trinkverhalten ändern. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum Beispiel werden Hunger, Durst, Gerüche und Geschmack schlechter wahrgenommen. Appetitlosigkeit gehört ebenfalls bei vielen älteren Menschen zum Alltag. Nicht selten tragen depressive Verstimmungen, Einsamkeit oder Vergesslichkeit dazu bei, dass weniger gegessen und getrunken wird. Auch Menschen, die stark zittern oder deren Beweglichkeit durch Gelenkverschleiß (Arthrose) oder -entzündungen (Arthritis) eingeschränkt ist, benötigen Unterstützung beim Essen und Trinken. Häufig leiden ältere pflegebedürftige Menschen auch unter Kau- und Schluckbeschwerden. In manchen Fällen ist eine spezielle Diät nötig, etwa bei einer Nieren- oder Lebererkrankung.
Bei starker Unruhe oder bei großen, offenen Wunden kann zudem ein erhöhter Bedarf an Energie und Nährstoffen bestehen.

Was Sie tun können, um Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, erfahren Sie bei den Tipps gegen Mangelernährung und den Tipps gegen Flüssigkeitsmangel.

Ernährungsprobleme bei Pflegenden

Täglicher Stress, fehlende Zeit und Ruhe tragen zu ungesunder Ernährung bei. Dadurch können gesundheitliche Probleme entstehen. Wird zum Beispiel zu wenig getrunken, stört das die Verdauung. Auch Kreislaufprobleme können entstehen. Eine ungesunde Ernährung kann Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorrufen.

Einige Anregungen, um Ernährungsproblemen vorzubeugen, erhalten Sie bei den Tipps zur Ernährung für Pflegende.

QUELLEN
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (2018). Link [Stand: 02.01.2019]
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (2012). 12. Ernährungsbericht 2012. Bonn: Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg.) (2017). Expertenstandard
Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege: 1. Aktualisierung 2017. Osnabrück.
Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS) (Hrsg.) (2014). Grundsatzstellungnahme Essen und Trinken im Alter: Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen. Essen.
Techniker Krankenkasse (TK) (2017). Iss was Deutschland – TK-Ernährungsstudie. Hamburg: Techniker Krankenkasse. Link [Stand: 02.01.2019]
Volkert, D., Bauer, J. M., Frühwald, T., Gehrke, I., Lechleitner, M., Lenzen-Großimlinghaus, R., . . . &
DGEM Steering Committee (2013). Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) in Zusammenarbeit mit der GESKES, der AKE und der DGG: Klinische Ernährung in der Geriatrie – Teil des laufenden S3-Leitlinienprojekts Klinische Ernährung. Aktuelle Ernährungsmedizin, 38, e1-e48. doi: 10.1055/s-0033-1343169

AKTUALISIERT
am 1. März 2019

AUTORINNEN
S. Brzezinski, N. Kossatz, D. Sulmann