Entlastung

Welche Rolle spielt Entlastung?

Pflegende sind tagtäglich körperlich und psychisch gefordert. Auf die Dauer kann das zu gesundheitlichen Problemen führen und die Lebensqualität einschränken. Studien zeigen, dass sich viele pflegende Angehörige stark belastet fühlen. Sie sind öfter von psychischen Problemen oder Rückenschmerzen betroffen als Menschen, die nicht pflegen.

Beschäftigte in der Altenpflege leiden ebenfalls häufiger unter Nackenschmerzen oder Schlafstörungen als andere Erwerbstätige. Auch der Krankheitsstand ist in Pflegeberufen höher als in anderen Berufsgruppen. Viele fühlen sich ausgebrannt.

Darum ist Entlastung wichtig – für professionell Pflegende genauso wie für pflegende Angehörige.

Ursachen für Überlastung in der Pflege

Die tägliche Beanspruchung sowie die körperlichen und seelischen Anforderungen der Pflege können pflegende Angehörige überfordern.  Dem einen ist das Tragen und Heben zu anstrengend. Dem anderen fällt es schwer, Beruf und Pflege zu vereinbaren. Auch die Demenz des Angehörigen kann an den Nerven zehren. Oftmals bleibt pflegenden Angehörigen kaum Zeit, eigenen Interessen nachzugehen.

Professionell Pflegende fühlen sich nicht selten durch Zeitdruck und Schichtdienst belastet. Hinzu kommt mitunter das Gefühl, pflegebedürftige Menschen aus Zeitmangel nicht gut versorgt zu haben. Auch körperliche Beschwerden treten durch vieles Tragen und Heben häufig auf. Zudem kommen professionell Pflegende nicht nur mit viel Leid durch Krankheit und Pflegebedürftigkeit in Berührung. Oftmals müssen sie auch mit herausforderndem Verhalten von Menschen mit Demenz umgehen.

Möglichkeiten zur Entlastung von der Pflege

Was zur Entlastung von pflegenden Angehörigen beiträgt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Dazu gehören beispielsweise die individuelle Lebenslage, eigene Bedürfnisse sowie der Pflegegrad des pflegebedürftigen Familienmitglieds.

In diesem Zusammenhang haben pflegende Angehörige Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung. Dort erfahren sie, welche Möglichkeiten zur Entlastung es gibt. Angebote reichen von finanziellen Hilfen und Auszeiten von der Pflege über Pflegekurse bis hin zu Angehörigen-Gruppen. In Pflegekursen und Schulungen werden Grundkenntnisse für den Pflegealltag vermittelt. Dadurch sollen pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen gemindert und ihrer Entstehung vorgebeugt werden.

Professionell Pflegende werden etwa durch ausreichend Personal, technische Pflege-Hilfsmittel oder flexible Arbeitszeiten entlastet. Eine verlässliche Dienstplanung oder Kurse zur Bewältigung von Stress tragen ebenfalls dazu bei.

Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen zu treffen, die Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten. Außerdem müssen sie die betriebliche Gesundheitsförderung umsetzen.

QUELLEN
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AKTUALISIERT
am 12. Juni 2019

AUTORINNEN
N. Kossatz, D. Sulmann, D. Väthjunker