Diagnose

Wie wird Demenz festgestellt?

Nur eine ärztliche Untersuchung kann klären, ob eine Demenz vorliegt. Hierbei sollte zweistufig vorgegangen werden. Dabei kommt der Hausärztin oder dem Hausarzt eine zentrale Rolle zu: In der ersten Stufe wird den Anzeichen für die Erkrankung nachgegangen. Erfragt wird zum Beispiel, ob sich das Verhalten oder gar die Persönlichkeit verändert hat. Daneben werden Informationen zur sozialen Situation und den Alltagsfähigkeiten erhoben. Zu einer vollständigen Diagnostik gehören eine körperliche Untersuchung und kurze kognitive Tests. Da sich manche Menschen mit Demenz sehr bemühen, ihre Beeinträchtigungen nicht zu zeigen, ist im Umgang viel Fingerspitzengefühl gefragt. Eine wichtige Rolle kommt den Angehörigen oder betreuenden Personen zu. Sie unterstützen den Arzt oder die Ärztin mit zusätzlichen Informationen. Dazu finden beispielsweise Gespräche zwischen Angehörigen, dem Arzt oder der Ärztin und dem Menschen mit Demenz statt. Ist die Person an Demenz erkrankt, kann das oftmals schon in dieser ersten Stufe festgestellt werden.

In der zweiten Stufe folgen weitere ärztliche Untersuchungen. Diese sollten möglichst in einer Gedächtnisambulanz einer Klinik oder in einer neurologischen Praxis durchgeführt werden.  Dabei ist in der Regel eine Zuordnung möglich, um welche Form der Demenz es sich handelt. Zur Diagnostik gehören zum Beispiel eine Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren des Gehirns, wie Computer-Tomographie (CT) oder Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Untersuchungen der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) erlauben es, entzündliche Erkrankungen auszuschließen und spezielle Marker für Demenzen in der Flüssigkeit zu finden. Durch eine umfassende Diagnostik können nicht zuletzt auch andere Krankheiten, etwa eine Depression oder ein Delir, ausgeschlossen werden.

QUELLEN
Hofmann, W., Wille, E., & Kaminsky, S. (2019). Guideline-conform exact diagnosis and coding of dementia. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, 52(2), 179–194. doi: 10.1007/s00391-019-01509-3
Jessen, F., Spottke, A., Deuschl, G., Jansen, S., & Maier, W. (2017). S3-Leitlinie Demenzen. Heidelberg: Springer.
Trender-Gerhard, I., & Dodel, R. (2020). Diagnostik der Demenz. Geriatrie-Report, 15(3), 10-13. doi: 10.1007/s42090-020-0617-5

AKTUALISIERT
am 21. April 2021

AUTORINNEN
S. Garay, M. Haeger,
D. Sulmann