Aktivierende Pflege

Was ist aktivierende Pflege?

Selbstständigkeit und Selbstvertrauen zu bewahren sind zentrale Ziele guter Pflege. Aktivierende Pflege stärkt diese Eigenschaften. Ob beim Essen, bei der Körperpflege oder beim Aufstehen – bei jeder Tätigkeit können Pflegende aktivierend pflegen. Dabei leiten sie die Pflegebedürftigen an, Dinge selbst zu tun oder mitzuwirken, soweit es möglich ist. Das trägt dazu bei, gesundheitlichen Problemen vorzubeugen und die Fähigkeiten (Ressourcen) von pflegebedürftigen Menschen zu erhalten oder zu verbessern.

Gründe für aktivierende Pflege

Übernehmen Pflegende ständig alle Handgriffe – zum Beispiel damit es schneller geht – können die Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person schneller verloren gehen. Dadurch steigen Hilfebedarf und Pflegeaufwand.

Aktivierende Pflege ist daher ein Grundsatz professioneller Pflege.

Wichtig
Aktivierende Pflege soll motivieren, sie darf aber nicht überfordern. Bei aktivierender Pflege darf es nicht zu Bevormundung oder Zwang kommen. Pflegebedürftige Menschen haben Anspruch auf eine aktivierende Pflege. Ebenso haben pflegebedürftige Menschen aber auch das Recht, aktivierende Pflege abzulehnen. Denn jeder darf selbst über die eigene Pflege bestimmen – und damit auch eventuell gesundheitliche Risiken in Kauf nehmen.

QUELLEN
Bartels, F., & Eckardt, C. (2017). Aktivierend-therapeutische Pflege in der Geriatrie. Geriatrische und Gerontologische Pflege, 1 (1), S. 12-17. doi: 10.1055/s-0043-102566
Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Aktivierende Pflege. Link [Stand: 02.01.2019]
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. – Bundesverband (DBfK) (2013). Rehabilitation heute: Handlungsfelder und Kompetenzprofile in der Pflege aktivierend, rehabilitativ, therapeutisch. Berlin: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. – Bundesverband.
Roes, M. (2009). Aktivierende und/oder rehabilitative Pflege? Heilberufe, 8, S.17-18. doi: 10.1007/s0058-009-0874-x

AKTUALISIERT
am 2.Januar 2019

AUTOREN
N. Kossatz, D. Sulmann, D. Väthjunker