Soziale Einbindung unterstützen

Tipps gegen soziale Isolation

Kontakte zu anderen Menschen zu pflegen und am sozialen Leben teilhaben, bedeutet für viele Menschen Lebensqualität. Sozial eingebunden zu sein hilft, geistige und körperliche Fähigkeiten zu erhalten. Es fördert die Gesundheit – und Krankheiten können meist besser bewältigt werden. Allerdings ist soziale Einbindung im Alter und bei Pflegebedürftigkeit erschwert. Das gilt vor allem für ältere Menschen oder jene, denen die nötige Hilfe fehlt.

Mit gezielten Angeboten können Sie pflegebedürftige Menschen dabei unterstützen, weiterhin sozial eingebunden zu sein.

Kontakte fördern

  • Unterstützen Sie die pflegebedürftige Person, Kontakt zu anderen Menschen zu haben. Begleiten Sie zu Veranstaltungen. Organisieren Sie dafür z. B. einen Fahrdienst, z. B. von ehrenamtlich Helfenden oder Wohlfahrtsverbänden.
  • Laden Sie, wenn gewünscht, regelmäßig Familie, Freunde oder Nachbarn ein.
  • Achten Sie darauf, dass das Telefon gut erreichbar ist und die pflegebedürftige Person jederzeit telefonieren kann. Wenn nötig, besorgen Sie ein Telefon mit größeren Tasten. Stellen Sie die Hörer-Lautstärke passend ein.

In soziales Leben einbinden

  • Unternehmen Sie regelmäßig etwas gemeinsam. Gehen Sie z. B. an einem festen Wochentag in ein Café. Kochen Sie zu festen Zeiten zusammen. Legen Sie vielleicht einen gemeinsamen Spiele-Nachmittag fest.
  • Ermöglichen Sie regelmäßige Spaziergänge, wenn nötig mit Rollstuhl.
  • Ermutigen Sie dazu, Gruppen-Angebote von Krankenkassen, Nachbarschafts-Treffs, Begegnungsstätten und Religions-Gemeinschaften zu nutzen, z. B. Bewegungs-Gruppe, Senioren-Tanz, Chor.
  • Besprechen Sie mit der pflegebedürftigen Person, ob regelmäßige Besuche von ehrenamtlichen Helfern gewünscht werden.
  • Fragen Sie nach solchen Angeboten und Diensten beim Bürgeramt, bei Kirchen und Wohlfahrtsverbänden.
  • Organisieren Sie Besuche beim Friseur oder bei der Fußpflege, wenn gewünscht.

Hilfsmittel nutzen

  • Nehmen Sie gemeinsam Beratung zu Hilfsmitteln in Anspruch, z. B. zu Gehhilfen oder einem Treppenlifter. Wenden Sie sich dazu an eine Pflegeberatungsstelle oder einen Pflegedienst.
  • Üben Sie gemeinsam den sicheren Umgang mit Hilfsmitteln, z. B. mit dem Rollator oder Rollstuhl.
  • Unterstützen Sie, regelmäßig das Sehen und Hören prüfen zu lassen. Sorgen Sie bei Bedarf für eine geeignete Brille oder ein Hörgerät.
  • Prüfen Sie die Umgebung: Kann die pflegebedürftige Person sich möglichst sicher in der Wohnung bewegen? Nutzen Sie eine kostenlose professionelle Wohnberatung, um die Wohnung an die Bedürfnisse anzupassen.

QUELLEN
United Nations Economic Commission for Europe (2010). Policy Brief: Integration und Teilhabe älterer Menschen in der Gesellschaft. Link [Stand: 07.01.2019]
Holt-Lunstad, J. (2018). Why social relationships are important for physical health: A systems approach to understanding and modifying risk and protection. Annual Review of Psychology, 69, 437-458. doi: https://doi.org/10.1146/annurev-psych-122216-011902

AKTUALISIERT
am 1. März.2019

AUTORINNEN
N. Kossatz, D. Sulmann, D. Väthjunker