Ausreichend trinken

Tipps gegen Flüssigkeitsmangel

Flüssigkeitsmangel – auch Dehydration genannt – kann bei pflegebedürftigen Menschen schnell zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Folgen von Flüssigkeitsmangel sind zum Beispiel Schwäche, Kreislaufprobleme, Benommenheit bis hin zu Verwirrtheit. Letztlich kann Flüssigkeitsmangel sogar tödlich sein.

Mit gezielten Angeboten kann Flüssigkeitsmangel bei pflegebedürftigen Menschen oftmals vorgebeugt werden.

Ausreichendes Trinken fördern

  • Bieten Sie etwa 1,5 Liter Flüssigkeit täglich an. Bei Herz- und Nierenerkrankungen darf die ärztlich empfohlene Trinkmenge jedoch nicht überschritten werden.
  • Legen Sie gemeinsam einen Trinkplan fest. Dort können Sie festhalten, wann die pflegebedürftige Person ans Trinken erinnert werden sollte und wie viel sie trinkt.
  • Stellen Sie bei hohem Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen mehr Getränke bereit. Gut sind natriumreiche Mineralwasser und Tee. Die Getränke sollten nicht gekühlt sein.
  • Bieten Sie wasserreiche Speisen an, z. B. Suppe, Melone, Gurke.
  • Erinnern Sie immer wieder an das Trinken.
  • Achten Sie darauf, dass stets ein Getränk in Reichweite steht, auch nachts.
  • Nutzen Sie Hilfsmittel, die das Trinken erleichtern. Je nach körperlichen Fähigkeiten eignet sich ein Strohhalm, ein Becher mit Griffen, ein Becher mit kleiner Öffnung im Deckel oder ein Becher mit breitem Rand. Lassen Sie sich im Sanitätshaus professionell beraten.
  • Bieten Sie Lieblingsgetränke an.
  • Füllen Sie leere Trinkbecher zügig auf.
  • Geben Sie beim Einschenken das Gefäß in die Hand und motivieren Sie zum Trinken. Stoßen Sie gemeinsam an.

Bei Schluckstörungen helfen

  • Achten Sie bei Schluckstörungen auf eine aufrechte Körperhaltung beim Essen und Trinken. Der Kopf sollte leicht nach vorn gebeugt sein.
  • Bieten Sie eher dickflüssige Säfte an, z. B. Pfirsichsaft.
  • Vermeiden Sie bei übermäßiger Speichelproduktion saure oder heiße Getränke.
  • Lassen Sie sich professionell zu Schluckhilfen und zur Beschaffenheit der Getränke beraten. Fragen Sie dazu einen Arzt, einen Schlucktherapeuten (Logopäden) oder eine Pflegefachkraft.

Bei Blasenschwäche unterstützen

  • Motivieren Sie, ausreichend zu trinken.
  • Unterstützen Sie die Person, rechtzeitig zur Toilette zu kommen.
  • Planen Sie gemeinsam feste Zeiten für den Toilettengang.
  • Üben Sie den sicheren Gang zur Toilette, z. B. mit einem Rollator.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Kleidung einfach an- und auszuziehen ist.
  • Verwenden Sie ggf. Inkontinenz-Materialien.

Anzeichen für Flüssigkeitsmangel erkennen

Achten Sie auf Anzeichen für Flüssigkeitsmangel, z. B.

  • Hautfalten auf dem Handrücken bleiben beim leichten Anheben der Haut stehen
  • trockener Mund und Lippen
  • stark konzentrierter Urin
  • ungewohnte Vergesslichkeit
  • plötzliche unerwartete Verwirrtheit
  • niedriger Blutdruck
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Verstopfung
  • Schwäche

Fachlichen Rat einholen

  • Holen Sie ärztlichen und pflegefachlichen Rat ein, wenn Sie erste Anzeichen für Flüssigkeitsmangel feststellen. Sofortige ärztliche Hilfe ist erforderlich, wenn es innerhalb von Tagen oder Stunden zu Schwäche, Kreislaufproblemen oder Verwirrtheit kommt.
  • Beachten Sie die ärztlichen Hinweise zur Trinkmenge.
  • Nutzen Sie kostenlose Pflegeberatung in einem örtlichen Pflegestützpunkt, bei der Pflegekasse oder bei compass private pflegeberatung.

Hinweis zur professionellen Pflege

Pflegerische Leitlinien und Standards dienen als Richtschnur sowie Handlungshilfe für Pflegefachkräfte. Dazu gehört der Expertenstandard zur Ernährung in der Pflege des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Dieser enthält auch Hinweise zur Einschätzung von Flüssigkeitsmangel bei älteren Menschen.

QUELLEN
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (2018). Link [Stand: 03.01.2019]
Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg.) (2017). Expertenstandard
Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege: 1. Aktualisierung 2017. Osnabrück.
Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg.)
Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS) (Hrsg.) (2014). Grundsatzstellungnahme Essen und Trinken im Alter: Ernährung und Flüssigkeitsversorgung älterer Menschen. Essen.

AKTUALISIERT
am 12. Juni 2019

AUTORINNEN
N. Kossatz, D. Sulmann, D. Väthjunker