Gut essen und trinken

Tipps zur Ernährung für Pflegende

Ausgewogene Ernährung trägt zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Durch Stress und Zeitmangel kann gesundes Essen und Trinken bei Pflegenden leicht in den Hintergrund geraten.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aufgestellten Regeln geben Orientierung für eine gesunde Ernährung im Alltag.

Ausreichend trinken

  • Trinken Sie etwa 1,5 Liter täglich. Am besten sind Wasser, Getränke ohne Zucker oder Saftschorlen. Halten Sie sich an die ärztliche Empfehlung, wenn Sie z. B. wegen einer Erkrankung mehr oder weniger trinken sollen.
  • Erinnern Sie sich daran, etwas zu trinken. Stellen Sie sich z. B. einen Wecker.
  • Stellen Sie ein Getränk in sichtbare Nähe.
  • Füllen Sie nach dem Austrinken das Glas gleich wieder auf.
  • Nehmen Sie sich auch für unterwegs ein Getränk mit.
  • Trinken Sie morgens nach dem Aufstehen und vor jeder Mahlzeit ein Glas Wasser.

Vielfältig essen

  • Verwenden Sie saisonales Obst und Gemüse.
  • Bereiten Sie Ihr Müsli mit verschiedenem Obst zu.
  • Essen Sie täglich Milchprodukte wie Buttermilch, Magerquark oder Käse.
  • Nutzen Sie Nüsse oder Samen für Müsli, Salate oder Suppen.
  • Probieren Sie gelegentlich neue Rezepte aus. Holen Sie sich dazu auch Anregungen von anderen Menschen.

Pflanzliche Lebensmittel bevorzugen

  • Essen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel.
  • Nehmen Sie täglich Obst und Gemüse zu sich. Ideal sind fünf Portionen, die etwa die Größe einer Handfläche haben.
  • Essen Sie auch Hülsenfrüchte, z. B. Erbsen, Linsen, Bohnen, Nüsse.
  • Bevorzugen Sie pflanzliche Fette, z. B. Margarine, Raps-, Oliven- oder Leinöl.
  • Verzehren Sie nicht mehr als 600 Gramm Fleisch in der Woche.
  • Bevorzugen Sie fettarme Fleischsorten, z. B. Hühnerbrust.
  • Verwenden Sie vegetarische Aufstriche oder frisches Gemüse statt Wurst.
  • Essen Sie ein- bis zweimal in der Woche Fisch.

Sich Zeit nehmen und genießen

  • Bereiten Sie die Mahlzeiten in Ruhe vor.
  • Planen Sie auch Zeit und Ruhe zum Essen und Trinken ein. Nehmen Sie sich dazu bewusst eine Pause.
  • Setzen Sie sich zum Essen gemütlich hin.
  • Essen Sie regelmäßig in Gesellschaft.

Essen schonend zubereiten

  • Dünsten Sie Gemüse statt zu braten. Am besten mit wenig Wasser und Fett.
  • Achten Sie darauf, dass beim Braten und Grillen nichts verbrennt.
  • Wärmen Sie Mahlzeiten nicht mehrmals auf.
  • Verzichten Sie auf Fertigprodukte wie Soßen oder Suppen.

Wenig Zucker und Salz verwenden

  • Essen Sie wenig zuckerhaltige Lebensmittel. Meiden Sie auch zuckerhaltige Getränke.
  • Würzen Sie mit Kräutern und anderen Gewürzen statt mit Salz.
  • Naschen Sie Obst oder ungesalzene Nüsse anstelle von Süßigkeiten.

Vollkorn bevorzugen

  • Essen Sie täglich Vollkornprodukte, wie Vollkornbrot, -nudeln oder Naturreis.
  • Achten Sie beim Kauf auf Inhaltsstoffe und Produktnamen. Nur Produkte mit der Silbe „Voll-“, z. B. Vollkorn oder Vollweizen, sind Vollkornprodukte.

Ernährung einschätzen

  • Haben Sie den Eindruck, zu viel oder zu wenig zu essen oder zu trinken? Schreiben Sie alles auf, was Sie zu sich nehmen. Sie können dazu ein sogenanntes Ernährungs-Protokoll nutzen.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht.
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ZQP-Ernährungs-Protokoll

Fachlichen Rat einholen

  • Holen Sie pflegefachlichen oder ärztlichen Rat ein, wenn Ernährungsprobleme auftreten oder sie ungewollt zu – oder abnehmen.
  • Lassen Sie sich von einer Pflegefachkraft oder Ihrem Arzt eine Ernährungsberatung empfehlen, die Sie zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährungsweise beraten kann. Dahin können Sie auch Ihr Ernährungs-Protokoll mitbringen, um es dort gemeinsam auszuwerten.

QUELLEN
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (2018). www.dge.de Link [Stand: 28.12.2018]

AKTUALISIERT
am 1. März 2019

AUTORINNEN
N. Kossatz, D. Sulmann, D. Väthjunker